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Viele Kinder haben von Anfang an einen Traumberuf, den sie unbedingt erlernen wollen, egal, ob dieser realistisch ist oder nicht. Und gute Eltern versuchen dem Nachwuchs zu vermitteln, dass er alles schaffen kann, das er sich vornimmt.
Wenn das Kind also Polizist werden will, gut so, das ist drinnen. Arzt? Vielleicht auch mit dem richtigen Eifer und Hirnschmalz. Beim Astronauten stehen die Realisationschancen zwar schon geringer, aber warum soll man Träume so früh zerstören, wer weiß, welche Wege man seinem Fleisch und Blut damit zukünftig verbaut. Nicht einmal Popstar oder eher –sternchen ist heutzutage unmöglich, wenngleich das Haltbarkeitsdatum um ein vieles kürzer ist.
Später, auch verbunden mit einem gewissen Realismus, den die Kinder erlernen, werden so einige Träume fallen gelassen, zum Beispiel, weil sie wirklich schwer zu realisieren wären, uneinträglich sind (so früh erliegt man den Reizen des Geldes) oder weil man schlicht das Interesse daran verloren hat.
Andere präzisieren ihre Wünsche nur, bleiben aber weiter auf dem Weg. Zum Beispiel das Kind, das Anwalt werden will, möchte nun Richter werden, oder der Doktor in spe legt sich bereits auf die Profession Zahnarzt fest.
Alsbald folgen dann weitere Einschränkungen und Lenkungen zu gewissen Berufsfeldern hin. Manchen wird in der Mittelschule vielleicht eher ein erlernbares Handwerk, also ein Lehrberuf, nahegelegt, als die große akademische Karriere zu avisieren.
Dementsprechend geht es dann auch zu gewissen Schulabschlüssen hin vor sich, zumal sich zu diesen fortgeschrittenen Zeitpunkten der Berufswunsch allmählich konkretisieren sollte.
Manchen, die das Lernen bis zuletzt fortsetzen wollen, fällt vielleicht erst beim Studienwechsel auf, für welche Profession sie wirklich geeignet sind.
So ändern sich Wünsche und Träume Etappe für Etappe, Lebensabschnitt für Lebensabschnitt. Manche Wünsche belächelt man retrospektiv, anderen trauert man nach.
Zweitere begegnen einem dann meistens wenigstens in der Mid-Life-Crisis wieder.
Oder man hat seinen Traum gelebt.
Berlin gilt, vor allem in letzter Zeit, als eine Metropole, deren Besuch, sei es auch nur für wenige Tage, sich auszahlt, nur um einmal den „Vibe“ dieser Stadt mitzubekommen.
Doch abgesehen von den coolen, mondänen und fashionablen Grätzeln, hat Berlin auch seine Schattenseiten.
Denn es geizt mithin nicht mit zwielichtigen und klein- bis mittelgroß-kriminellen Gegenden, um nicht anglikanisiert von No-Go-Areas zu sprechen.
Das Bedrückende daran ist vor allem, dass es solche in Berlin in verschiedensten Ausrichtungen gibt. Dass namentlich die zwei großen Problemherde (mittlerweile aber auch schon von Trendvierteln und -plätzen durchzogen) Kreuzberg und Neukölln im Vordergrund stehen, ist nicht nur durch etwas zu einseitige und reißerische mediale Berichterstattung garantiert. Was viel mehr entsetzt, ist, dass selbst recht nette Flecken blitzschnell zu solchen Plätzen werden können, die es zu meiden gilt.
Daran wiederum verstört, dass es weniger kriminelle oder feindselige Gegenden, sondern Menschen mit solchen Auffassungen und Geisteshaltungen sind, die manche Bereiche so „unbegehbar“ machen.
Vor allem neonazistisch-rechtsradikale Gruppierungen auf der einen und migrantische auf der anderen Seite, machen es für Menschen, die außerhalb solcher Kennungen -welche auch immer diese sein mögen- liegen, so gefährlich, zur falschen Zeit oder am falschen Ort oder beides zu sein.
Und jede Gruppe schiebt ihre schiere Existenz der Gefährlichkeit der anderen in die Schuhe -die Nazis gibt es nur, weil sonst jeder einzeln von den „Türken“ oder „Ausländern“ fertig gemacht werden würde und umgekehrt.
Dass man selbst innerhalb der Gruppen schon lang keine genaueren Ethnizitäten mehr festmachen kann, stört da wenig, solange man die Gesinnung der Kameraden teilt.
Sollten sie also auf Menschen mit Kleidungsaufschriften wie „Zahnarzt Berlin“ oder schlicht „88“ stoßen, glauben sie nicht, einen Dentisten oder einen Endachtziger vor sich zu haben. Halten sie stattdessen lieber Abstand, denn sie befinden sich vielleicht in direkter Umgebung einer No-Go-(Near-)Person.