Sozialstaat ist eine gute Sache – Dieser Konsens war in den letzten Jahrzehnten fast einstimmig zu hören. Denn jeder Mensch wurde versichert, egal wie reich oder arm er ist. Außerdem wurde ärztliche Versorgung ebenfalls garantiert. Arbeitslosen wurde finanziell unter die Arme gegriffen und versucht sie wieder in das Berufsleben zurückzubringen. Leider oft ohne Erfolg und viele Langzeitarbeitslose lagen dem Staat danach auf der Tasche. In den Zeiten als Bruno Kreisky beinahe dreizehn Jahre an der Regierungsspitze war, wurden vieler dieser Sozialmaßnahmen beschlossen. Beeinflusst war er vor allem durch sein Exil in Schweden, wo er das sehr gut ausgebaute Sozialsystem zu schätzen wusste. Deshalb ähneln sich heute die beiden Staaten, Österreich und Schweden, sehr.
Allerdings hat sich eines verändert: Dass der Sozialstaat eine gute Sache wäre, wird heute gerne diskutiert und abgelehnt. Denn wo es Bedürftige gibt und ein System, das sie unterstützt, treten auch immer wieder schwarze Schafe auf, die das ganze ausnützen. Genau diese sind es oft, die den Unmut der Bevölkerung auf sich ziehen. Denn ein Sozialsystem beruht auf dem Prinzip, dass die Arbeitenden die Steuern bezahlen und die Habenichts etwas davon abbekommen. Natürlich will aber niemand für jemanden bezahlen, der eigentlich arbeiten könnte, aber es bevorzugt auf der faulen Haut zu liegen. Leider gibt es genug Beispiel von jenen, die sich mit dem Arbeitslosengeld einen Wellness-Urlaub leisten und denen es auch an sonst nichts fehlt. Anstatt, dass sie sich nach einem Job umschauen, genießen sie ihre Freizeit mit Sauna selber bauen, lange Fortgehen oder sich in der Sonne aalen.
Natürlich wäre es aber auch keine Lösung, wenn der Sozialstaat von heute auf morgen abgeschafft werden würde. Einige Erneuerungen, die den Bezug von staatlichem Geld erschweren oder an mehr Kriterien binden würden, wären aber auf jeden Fall nötig.