Christian Stiplosek untersuchte in seiner Diplomarbeit Glückspiele und Sportwetten, deren zunehmende Beliebtheit und soziologische Zusammenhänge. Ziel der Spielenden sei es am Verbotenen zu Schnuppern, sowie eine gewisse Hassliebe zu Geld. Einerseits stellt Geld einen Indikator für Wohlstand dar, das Begehren danach impliziert gesellschaftlichen Erfolg. Andererseits führt der permanente Mangel an Barem zu Verachtung, oder wegen dessen übergeordneter Bedeutung zu Hassgefühlen. Das Centrum für Sozialforschung lud Ärzte und Suchtspezialisten zur Diskussion, ein Workshop zum Thema „Die Jagd nach dem Glück — Zur Soziologie des Glücksspiels“ fand im Juni 2008 an der Universität Graz statt. Stiplosek präsentierte im Rahmen dieser Veranstaltung sein Buch mit dem Titel „Die Jagd nach dem Glück“, in dem es ihm nach Gerald Mozetic, Soziologe, gelingt plausibel zu machen, dass der massenhafte Anstieg von Spielenden und Wettenden auf ein mehr oder weniger ausgeprägtes Bewusstsein von ideologischen Vorstellungen bezüglich Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit zurückzuführen sei.
Marktanalysefirmen melden eine Verdoppelung von Einsätzen seit vier Jahren. Sportwetten und andere Glückspiele werden immer beliebter, weil gesellschaftliche Veränderungen im flexiblen Kapitalismus in weniger privilegierten Schichten und der Mittelschicht relative Deprivationen erzeugen. Diese münden in ambivalenten Emotionen sublimierter Zwänge des Alltags, die sich durch den Einsatz von Geld als Spannungsentladung manifestieren. Das Ausleben des Verbotenen, die Flucht aus Situationen der Ohnmacht und Ausweglosigkeit dienen dazu sich abzureagieren. Daher sind Sportwetten und Glücksspiele sogenannte Ventilsitten, aber auch Rituale, so Stiplosek, durch die sich unterdrückt Empfindende entlasten. SpielerInnen erweisen sich als zufrieden sobald der eingesetzte Gewinn amortisiert ist, rigide Selbstkontrolle in der Arbeits- und Alltagswelt wird so kompensiert.
Eine Mehrheit der Spielenden sucht Spaß und das Vergessen des Alltags, die Kontrolle über das Spiel soll dabei erhalten bleiben. Magister Stiplosek ermittelte die Beweggründe zu Glückspiel und Sportwetten in Interviews, weil keine Untersuchungen nach dem „Warum“ vorlagen. Jedoch stiegen die Umsätze von Sportwetten — Anbietern in der Steiermark, und diesem Phänomen wollte er nachgehen.