Berlin gilt, vor allem in letzter Zeit, als eine Metropole, deren Besuch, sei es auch nur für wenige Tage, sich auszahlt, nur um einmal den „Vibe“ dieser Stadt mitzubekommen.
Doch abgesehen von den coolen, mondänen und fashionablen Grätzeln, hat Berlin auch seine Schattenseiten.
Denn es geizt mithin nicht mit zwielichtigen und klein- bis mittelgroß-kriminellen Gegenden, um nicht anglikanisiert von No-Go-Areas zu sprechen.
Das Bedrückende daran ist vor allem, dass es solche in Berlin in verschiedensten Ausrichtungen gibt. Dass namentlich die zwei großen Problemherde (mittlerweile aber auch schon von Trendvierteln und -plätzen durchzogen) Kreuzberg und Neukölln im Vordergrund stehen, ist nicht nur durch etwas zu einseitige und reißerische mediale Berichterstattung garantiert. Was viel mehr entsetzt, ist, dass selbst recht nette Flecken blitzschnell zu solchen Plätzen werden können, die es zu meiden gilt.
Daran wiederum verstört, dass es weniger kriminelle oder feindselige Gegenden, sondern Menschen mit solchen Auffassungen und Geisteshaltungen sind, die manche Bereiche so „unbegehbar“ machen.
Vor allem neonazistisch-rechtsradikale Gruppierungen auf der einen und migrantische auf der anderen Seite, machen es für Menschen, die außerhalb solcher Kennungen -welche auch immer diese sein mögen- liegen, so gefährlich, zur falschen Zeit oder am falschen Ort oder beides zu sein.
Und jede Gruppe schiebt ihre schiere Existenz der Gefährlichkeit der anderen in die Schuhe -die Nazis gibt es nur, weil sonst jeder einzeln von den „Türken“ oder „Ausländern“ fertig gemacht werden würde und umgekehrt.
Dass man selbst innerhalb der Gruppen schon lang keine genaueren Ethnizitäten mehr festmachen kann, stört da wenig, solange man die Gesinnung der Kameraden teilt.
Sollten sie also auf Menschen mit Kleidungsaufschriften wie „Zahnarzt Berlin“ oder schlicht „88“ stoßen, glauben sie nicht, einen Dentisten oder einen Endachtziger vor sich zu haben. Halten sie stattdessen lieber Abstand, denn sie befinden sich vielleicht in direkter Umgebung einer No-Go-(Near-)Person.